Kreisfeuerwehrverband Offenbach

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Täglich die Herausforderungen bewältigen

Genauso dynamisch wie der Kreis Offenbach stellen sich die Freiwilligen Feuerwehren der Region dar. Sie besitzen moderne technische Geräte, die die unabdingbare Grundlage eines wirkungsvollen Handelns bilden, und verfügen über qualifiziertes Personal, um die täglichen Herausforderungen des Feuerwehralltags bewältigen zu können.

Die 31 Freiwilligen Feuerwehren, zwei Betriebs- und eine Werkfeuerwehr im Kreis Offenbach sind für den Schutz von mehr als 350.000 Einwohnern in 13 Städten und Gemeinden verantwortlich. Sie haben im hessischen Landesvergleich einerseits die höchsten Einsatzzahlen zu verzeichnen – und anderseits die größte persönliche Belastung. Denn bezogen auf die Einwohnerzahl verfügt der Kreis Offenbach über die wenigsten Feuerwehrleute. Ein kurzer Vergleich hilft, die große Belastung zu verdeutlichen:

  • Im Kreis Offenbach gibt es 5 Feuerwehrleute je 10.000 Bewohner bei 18 Einsätzen pro 10 Einsatzkräften.

  • Im Vogelsbergkreis beispielsweise gibt es 50 Feuerwehrleute je 10.000 Bewohner bei 1 Einsatz pro 10 Einsatzkräften.

Die Freiwilligen Feuerwehren stehen mit 1.573 aktiven Einsatzkräften – davon 111 Frauen und 54 hauptamtliche Kräfte – zur Sicherstellung des Brandschutzes und der Hilfeleistung rund um die Uhr als größte Hilfeleistungsorganisation zur Verfügung.

In den Städten mit hohen Einsatzzahlen erreichten oder überschritten die Anforderungen sogar manchmal die Grenze des Leistbaren. Die Anforderungen an die Mitglieder der Einsatzabteilungen zu Beginn des 21. Jahrhunderts sind somit in unserem Ballungsgebiet sehr hoch.

 

Moderne Unternehmen erwarten hohen Sicherheitsstandard

Für die insgesamt hohe Standortqualität im Kreis Offenbach spricht die Ansiedlung vieler Unternehmen, deren Produkte längst international anerkannt sind. Weltfirmen haben ebenso wie namhafte Betriebe des Stahl- und Maschinenbaus, der Bauwirtschaft, der Elektronik und der EDV ihre Heimat gefunden. So haben fast 25.000 Betriebe und Unternehmen ihren Standort im Kreis, die auch das entsprechende Gefahrenpotential für die Kräfte der Feuerwehren mit sich bringen und schlagkräftige Feuerwehren erwarten, die »im Fall des Falles« qualifizierte Hilfe leisten. Nicht zu vergessen sind dabei das Paul-Ehrlich-Institut (Bundesamt für Sera und Impfstoffe) und die Bundesanstalt für Flugsicherung mit komplexen Objekten. Zu einer angemessenen Bewertung gehören natürlich auch der Flugplatz Egelsbach als größtem Privatflugplatz in Europa  und die Einflugschneise des Frankfurter Flughafens.

Das Straßennetz ist gut ausgebaut, um die Mobilität gewährleisten zu können. Die Länge des überörtlichen Straßennetzes  beträgt immerhin 266 km (für deren Benutzung sorgen auch die insgesamt 222.000 zugelassenen Fahrzeuge im Kreis - dies bedeutet eine Fahrzeugdichte von 670 Fahrzeugen je 1.000 Einwohnern). Neben diesen überörtlichen Straßen führen auf dem Schienennetz neben künftigen S-Bahnlinien auch weitere überörtliche Bahnstrecken im Raum Mühlheim oder von Frankfurt nach Darmstadt durch den Kreis Offenbach. Bei den Verkehrswegen darf auch die Bundeswasserstraße Main nicht vergessen werden.

 

Gewandeltes Aufgabenspektrum

Das Aufgabenspektrum der Freiwilligen im Kreis Offenbach hat sich während der letzten Jahre stetig gewandelt. Bei der Brandbekämpfung gehen die Einsatzzahlen zurück und steigen bei den allgemeinen Hilfeleistungen – beispielsweise bei Verkehrsunfällen. Im Jahr 2000 waren beispielsweise fast 4.500 Einsätze zu absolvieren, wie Kreisbrandinspektor Ralf Ackermann in seinem Jahresbericht anmerkt.

Das Gefahrenpotenzial und die Einsätze im Kreis zeigen, dass in unserem Ballungsraum die Feuerwehr adäquat ausgestattet sein muss. Es zeigt sich aber auch, dass die verstärkte enge Zusammenarbeit der Kreisfeuerwehren der richtige Weg ist, um diese Aufgabe zum Schutz der Bevölkerung optimal zu lösen.

Die Feuerwehren des Kreises verfügen insgesamt über 180 Fahrzeuge. Die drei Stützpunktfeuerwehren in Neu-Isenburg, Klein-Krotzenburg und Ober-Roden nehmen zusätzliche überörtliche Aufgaben wahr. Hier ist auch der kreiseigene Einsatzleitwagen (ELW 2) stationiert. Die Autobahnfeuerwehren in Langen, Neu-Isenburg, Obertshausen und Seligenstadt sind für weite Teile der A3 und der A45 verantwortlich.

 

Vorbeugender und abwehrender Brand- und Gefahrenschutz unter einem Dach

Das Amt für Brand-, Zivil- und Katastrophenschutz des Kreises Offenbach trägt seit Juli 2000 die Bezeichnung »Fachdienst Sicherheit«. Dieser ist in der Katastrophenschutzzentrale im Industriegebiet von Dietzenbach-Steinberg angesiedelt. Das Im Jahr 1989 errichtete Gebäude umfasst rund 1. 000 Quadratmeter Nutzfläche. Neben Büro- und Lagerräumen befindet sich hier auch die Einsatzzentrale des Gefahrenabwehrstabes auf einer Fläche von 440 Quadratmetern im Untergeschoss mit einer autarken Stromversorgung. Außerdem ist hier die Leitstelle für die Einsatzlenkung untergebracht.

Seit Dezember 2000 ist der Aufgabenbereich »Gefahrgutüberwachung« dem Fachdienst neu zugeordnet. Der sachliche Zusammenhang, auch die direkte Anbindung an die Leitstelle, erleichtert erheblich die Bearbeitung bei der Gefahrgutüberwachung.

Dem Vorbeugende Brand- und Gefahrenschutz widmet der Kreis Offenbach besondere Aufmerksamkeit. Gerade den Bauwerken mit besonderer Art und Nutzung werden die Feuerwehren zukünftig eine starkes Augenmerk widmen – denn der Brandschutz fängt schon bei der Ausgestaltung von Bauwerken an und hat in der Konsequenz Auswirkungen auf jede Tätigkeit der Feuerwehr vor Ort bei jedem Brandeinsatz. Das wichtige Zusammenspiel von Einsatzpraxis und theoretischen Kenntnissen sind im Kreis Offenbach bei der gemeinsamen Brandschutzdienststelle sichergestellt.

 

Leitstelle Dietzenbach

Am 1. Juli 2001 fiel in der Katastrophenschutz-Zentrale der Startschuss zur konkretisierten Umsetzung des politischen Beschlusses zur Inbetriebnahme  der Zentralen Leitstelle für den Kreis Offenbach. Somit ist die Zentrale Leitstelle und der Gefahrenabwehrstab mit der Verwaltung unter einem Dach. Als Hilfestellung wurde zur Abwicklung bei der wirtschaftlichen Abgrenzung ein Eigenbetrieb gegründet. Die Leitstelle konnte pünktlich in Betrieb gehen – trotz innerhalb kürzester Zeit eine Leitstelle mit einer Notruftechnik, die zum ersten Mal in dieser Form überhaupt in Betrieb ging, und ein Einsatzleitsystem, das mit großen Datenmengen versorgt wurde, Verwendung fand. Jetzt stehen pro Ortsnetz zwei Notrufleitungen für die Nummer 112 zur Verfügung und jeder Anrufer kann anhand seiner Kennung ermittelt werden – ein wesentlicher Sicherheitsfaktor. Die Umstellung auf die EDV-gestützte Alarmierung der Feuerwehren wird zur Zeit umgesetzt.

Die Leitstelle ist für folgende Aufgaben zuständig:

• Entgegennahme von Notrufen und Hilfeersuchen,
• Alarmierung von Einsatzkräften,
• Lenkung und Dokumentation aller Einsätze des Brand-, Katastrophenschutzes und Rettungsdienstes,
• Fernmeldemäßige Führung von Einsatzkräften und Einsatzmitteln,
• Bereitstellen von Informationen
• Auskünfte über Notdienste, ärztliche Bereitschaftsdienste

 

Aus- und Weiterbildung

Der Kreisfeuerwehrverband Offenbach bietet regelmäßig Aus- und Weiterbildungslehrgänge auf Kreisebene an. Weiterhin besuchen die Feuerwehrangehörigen Lehrgänge an der Hessischen Landesfeuerwehrschule in Kassel.

Darüber hinaus betreibt der Kreis in den Räumen der Stützpunktfeuerwehr Ober-Roden eine moderne Atemschutzstrecke. Diese wird bei den Lehrgängen und zum kontinuierlichen Training des Personals eingesetzt. Außerdem gibt es hier Räumlichkeiten für die EDV- und Funkausbildung.

Zur Qualifizierung gehört auch die Schulung von Einsatzkräften – immerhin haben  248 Feuerwehrfrauen und -männer im Jahr 2000 Ausbildungen auf Kreisebene erfolgreich besucht und  208 Feuerwehrangehörige waren an der Landesfeuerwehrschule in Kassel.

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